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Edda Schnittgard - Das Exclusiv-Interview

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Kategorie: News, Klatsch & Tratsch

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Teil 1: Ihr Leben mit Queen Bee

Lange quälte mich die Frage, wieso sich "Queen Bee" getrennt hat und was aus der wunderbaren Edda Schnittgard wird. Die gleiche Frage stellten sich viele aus meinem Freundeskreis und so dachte ich mir, dass ich dem nachgehen sollte. Dann las ich davon, dass sie eine neue Solo-Karriere begann.

Ich kontaktierte Edda Schnittgard und sie war tatsächlich bereit, mir meine Fragen zu beantworten und mehr von sich und ihrer Arbeit, dem Leben und Queen Bee zu erzählen. Ein kleiner Traum ging für mich in Erfüllung!

Im ersten Teil erzählt uns Edda über ihr Leben mit "Queen Bee". In den nächsten Wochen erwarten Euch noch "Teil 2: Barbie reloaded - Das Programm" und "Teil 3: Edda ganz privat".


"Queen Bee" sind zwei Frauen - Edda Schnittgard & Ina Müller. Vielen sagen diese beiden Namen etwas oder Ihr Künstlername "Queen Bee" selbst. Sie haben für mehr als 15 Jahre die Kleinkunst für das Publikum groß gemacht. Mit viel Witz und Schabernack sprachen sie alle Alltagstabus und Gegebenheiten an. Dabei nahmen sie sich allzu gern selbst auf die Schippe. "Queen Bee" - zwei Frauen, die zu ihre Heimat dem deutschen Norden und der platten Sprache stehen.


Pride-World: Edda, was verbindet Dich mit dem Norden?
Edda Schnittgard: "Ich komme ja von Sylt und habe meine Jugend in Hamburg verbracht, wo ich Musiktheaterregie studiert habe, und in der Rosenstadt Uetersen, wo ich mal gewohnt habe."

Pride-World: Deine Karriere begann mit Queen Bee. Wie hat sich Queen Bee überhaupt gefunden?
Edda Schnittgard: "Ich machte gerade mein Abitur und Ina Müller zog der Liebe wegen nach Sylt. Sie hatte schon vorher in Bremen und Umgebung in Bands gesungen. Sie wollte auch hier Musik machen und auf die Nachfrage, wo und mit wem etwas möglich wäre, fiel mein Name."

Pride-World: Also war die Gründung von Queen Bee mehr ein Zufall?
Edda Schnittgard: "Wenn Du das so sagen möchtest. Wir wollten zusammen Musik machen und das taten wir auch. Am Anfang war es nur ein schönes Hobby, aus dem dann doch sehr schnell ein wunderschöner Beruf wurde."

Pride-World: Du sagtest, dass Du in Hamburg Musiktheaterregie studiert hast. Wie passt das in die Zeit mit Queen Bee und dem schnellen Aufstieg zur Vollblutkünstlerin auf der Bühne?
Edda Schnittgard: "Am Anfang war das ja noch gut möglich. Wochentags studierte ich in Hamburg und am Wochenende probten und traten Ina und ich auf Sylt auf. Doch im Laufe der Zeit wurde es mehr und mehr und ich musste mich entscheiden. Doch die Entscheidung fiel mir nicht schwer und ich brach das Studium ohne Diplom ab."

Pride-World: Was war der erste große Auftritt von Queen Bee?
Edda Schnittgard: "Das war ein Angebot in der Nachtshow im Kabarett aufzutreten. Danach ging dann alles sehr schnell. Wir kündigten unsere Jobs bzw. Studium und wurden Vollzeitmusikerinnen."

Pride-World: War das für Euch beide damals ein großer Schritt?
Edda Schnittgard: "Ja. Wir gingen ein Risiko ein. Ina Müller hatte bis dahin seit mehr als zehn Jahren in der Apotheke gearbeitet und nur als Hobby Musik gemacht. Es war ein Schritt in ein unsicheres Dasein als Künstlerinnen. Ich dagegen war mehr voller Tatendrang der Jugend. Alles war so spannend."

Pride-World: Wie lief Euer weiterer Weg? Viele Musiker versuchen eine Karriere, doch nur wenige können den Erfolg verzeichnen, den Ihr als Queen Bee hattet.
Edda Schnittgard: "Oh, wir hatten auch viel Glück. Tatsächlich bekommen viele Musiker zu hören, dass sie jemand promoten und berühmt machen wird. Bei den wenigsten klappt es dann tatsächlich. Wir trafen auf einen Produzenten, der diese Aussage wirklich in die Tat umsetzte. Das ist eher selten der Fall. Er hat mit uns, mit Queen Bee dann die erste CD aufgenommen und das erste Programm gemacht."

Pride-World: Wie hat sich das für Dich damals angefühlt?
Edda Schnittgard: "Es war einfach nur himmlisch. Georgette Dee war die Königin am Chanson-Himmel, im Fernsehen hat man die Schmidt’s Mitternachts-Show geschaut und man wusste gerade, wer Tim Fischer war. Das war damals die gesamte bekannte Berührung mit Kleinkunst. Ich komme von Sylt und da ist selbst Hamburg schon fast fernes Europa - die Insel und das Festland." (lacht)

Pride-World: War Hamburg damals für Dich als Kleinkunst betreibende Insulanerin eine unerreichbare Show-Bühne?
Edda Schnittgard: "Naja, ich denke eigentlich schon. Der Hindenburgdamm liegt dazwischen und machte die Reise nach Hamburg zu einer fast fünfstündigen Odyssee und Weltreise. Auch heute dauert die Reise doppelt so lang wie sie eigentlich dauern müsste."

Pride-World: Warum hat sich Queen Bee getrennt?
Edda Schnittgard: "Wir haben zum Schluss schon zu gut gewusst wie Queen Bee läuft. Darin liegt der Ursprung für Langeweile und das tut der Sache nicht gut. Queen Bee war für Ina Müller und mich immer Leidenschaft. Wir haben mit dieser Leidenschaft zueinander gefunden, wir haben diese Leidenschaft auf der Bühne präsentiert und haben uns mit derselben Leidenschaft gemeinsam dazu entschlossen aufzuhören. Für mich ist diese Entscheidung gut und gesund."

Pride-World: Was denkst Du, wäre passiert, wenn Ihr zusammen weitergemacht hättet?
Edda Schnittgard: "Die Leidenschaft war noch da, aber wie lange noch, bevor es zur Gewohnheit und dann zur Langenweile wird? Dem Publikum und uns wollten wir das nicht zumuten, das wäre nicht fair gewesen. Wir wollten aufhören, solange wir noch mit Tränen in den Augen und Spaß auf der Bühne alles geben können. Man soll aufhören, solange man oben ist, und nicht erst, wenn man fällt. Wir wollten einfach nicht, dass Queen Bee sich totläuft, sondern dass die Erinnerung an uns und unsere Kleinkunst in guter und schöner Erinnerung bleibt."

Pride-World: Haben Ina Müller und Edda Schnittgard jemals über eine Programm-Änderung nachgedacht?
Edda Schnittgard: "Ja, das haben wir. Wir haben es sogar ausprobiert. Aber das Publikum wollte uns sehen, wie sie uns als Queen Bee kannten. Ina sagte einmal einen Satz zu unserer Trennung, den ich sehr prägnant finde: Wenn man jahrelang in einem Fußballteam als Rechtsaußen spielt und will plötzlich in den Sturm, dann muss man das Team wechseln. Ich finde diese Aussage sehr zutreffend, auch auf Queen Bee bezogen."

Pride-World: G ibt es für die vielen Euch vermissenden Fans dort draußen eine Chance auf ein Comeback von Queen Bee?
Edda Schnittgard: "Ina und ich haben beide immer gesagt: Never say never! Aber im Augenblick sieht es nicht danach aus. Wie wir alle sehen können, ist Ina Müller mittlerweile auch viel zu beschäftigt für Kleinkunst. Sie hat schon Probleme ihre Plattdeutsch-Termine durchzuboxen. Aber es ist ja auch schön für uns beide sich zu verändern. Es ist wie bei einer Wohnung oder der Liebe. Wir heulen der alten erst hinterher, aber dann ist das Neue viel zu spannend, aufregend und so schön neu. Veränderung ist immer mit etwas Wehmut verbunden und daraus erwächst etwas anderes, Frischeres."

Pride-World: Besteht zwischen Edda Schnittgard und Ina Müller noch immer eine freundschaftliche Beziehung?
Edda Schnittgard: "Wir sind in diesem Sinne nie Freundinnen gewesen. Wenn Du so lange eng mit einem Menschen viel Zeit verbringst, dann wird daraus jemand Vertrautes. Wir sahen uns mehr als 200 Tage im Jahr und sprachen über alles. Aber die Freizeit verbrachten wir getrennt. Das hielt auch den Gesprächsstoff zwischen uns beiden spannend und das ist wichtig. Hin und wieder telefonieren wir, aber es wird nicht einmal wöchentlich geplaudert. Meistens senden wir uns SMS zu verschiedenen Anlässen oder nur mal so."

Pride-World: W ar für Dich bei der Trennung von Queen Bee klar, dass Du eine Solo-Karriere startest?
Edda Schnittgard: "Nein. Ich war mir nicht sicher, ob ich ein Soloprogramm machen wollen würde. Für mich persönlich war das eine große Frage, weil ich sehr gerne mit Ina auf der Bühne gestanden habe und eine gute Teamplayerin bin. Nach Queen Bee brauchte ich etwas Zeit für mich und schrieb dann an einem eigenen Programm. Gleichzeitig entschied ich mich gegen die Regie oder Theaterarrangements für den Moment."

Pride-World: Warum hast Du Dich für die Solo-Karriere entschieden?
Edda Schnittgard: "Weil ich am Ende meines Lebens nicht sagen möchte, dass ich etwas bereuen muss, was ich nicht versucht habe. Und die Kleinkunst ist, wie bereits erwähnt, eine Leidenschaft von mir."

Pride-World: Anstelle der Solo-Karriere hättest Du Dir auch eine neue Partnerin suchen können. Warum nicht?
Edda Schnittgard: "Mit einer anderen Partnerin als mit Ina Müller? Das kann und will ich mir nicht vorstellen. Das mit uns beiden war schon wie „Arsch auf Eimer“! Obwohl ich solche Fragen schon öfters gehört habe. Aber das kam für mich nicht in Frage. Da hätte ich lieber mit Ina weiter als Queen Bee zusammengearbeitet. Unsere Ebene in puncto Vertrautheit und künstlerischen Wirken würde niemand und schon gar nicht so schnell erreichen können."

Pride-World: Wie ist Dein Solo-Programm Barbie reloaded angelaufen?
Edda Schnittgard: "Ich bin zufrieden. Meistens spiele ich vor ausverkauften Häusern. Es ist ein Glück vor 100-150 Zuschauern auftreten zu dürfen. Vielen Kleinkünstlern geht es da ganz anders."

Pride-World: Wie ist es für Dich, Edda Schnittgard, als Solo-Künstlerin auf der Bühne?
Edda Schnittgard: "Es ist sehr interessant. Das Publikum ist gemischt. Ich schätze, dass circa 20 Prozent wegen Queen Bee kommen. Die anderen Zuschauer finden das Programm interessant, das Plakat gefällt ihnen oder sie mögen einfach Musik und Kleinkunst."

Pride-World: Was für Publikumsreaktionen haben Dich bisher erreicht?
Edda Schnittgard: "Einige Zuschauer schienen erstaunt, dass ich wirklich singen kann. Dabei habe ich 13 Jahre lang bei Queen Bee neben dem Klavierspiel nichts anderes gemacht. Hier wird auch deutlich, dass ich eindeutig der unprominentere Teil von Queen Bee war. Viele finden das Programm und meinen Auftritt gelungen und verbringen eine schöne Zeit. Das ist es, wofür ich arbeite. Das ist es, was mir Spaß macht!"

Pride-World: Gibt es noch andere Projekte, die Du als Edda Schnittgard verfolgst?
Edda Schnittgard: "Ja. Ich führe zwischendurch zusätzlich auch noch Regie bei anderen Kleinkünstlern und schreibe für sie. Zurzeit bin ich zum Beispiel für eine A-capella-Gruppe tätig."

Pride-World: Welche beruflichen Träume außer der Solo-Karriere hast Du?
Edda Schnittgard: "Wenn ich könnte, würde ich gerne einmal bei einer richtig großen Musical-Show Regie führen."

Edda Schnittgard - Das Exclusiv-Interview Teil 3: Edda ganz privat

Copyright Pride-World 2006


geschrieben von: ina-nicole
Veröffentlicht am: 19. Dezember 2006 00:01 - 11787 Hits


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